Foto-Rundgang: Auf Discovery-Tour im Loro Parque

Der Eingangsbereich des Loro Parque ist einem Thai-Dorf nachempfunden.
Der Eingangsbereich des Loro Parque ist einem Thai-Dorf nachempfunden.

Einer der schönsten Tierparks der Welt soll ja der Loro Parque auf Teneriffa sein. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen, denn ich kenne nur vier Zoos – aber von denen ist der Loro Parque mit Abstand der sehenswerteste. Das rechtfertigt immerhin zum Teil den horrenden Eintrittspreis, der mittlerweile bei 34 Euro pro Erwachsenem liegt. In der Loro-Park Bildergalerie – auch weiter unten verlinkt – seht ihr Fotos aus den Jahren 2006 bis 2015 – einige davon sind während der „Discovery Tour“ entstanden, bei der man auch ein wenig hinter die Kulissen schauen kann.

Unter anderem kann man dabei die Kühltechnik des Planet Penguin bestaunen oder den Orcas unter Wasser zuschauen. Die kleinen Fenster, aus denen man in das Becken schauen kann, sind allerdings meist von den anderen Tour-Teilnehmern belagert.

Blick hinter die Kulissen des Orca Ocean bei der Discovery Tour.
Blick hinter die Kulissen des Orca Ocean bei der Discovery Tour.

Das alles ist  ganz nett, aber vielmehr als auf den Bildern gibt’s da nicht zu sehen. Die Discovery Tour wird in verschiedenen Sprachen angeboten, darunter auch deutsch, und dauert knapp zwei Stunden. Mit dabei sind reservierte Plätze in den Tier-Shows und ein Mittagessen im Park-Restaurant „Patio del Loro“. Das dafür notwendige Premium Ticket kostet für Erwachsene aktuell 56 Euro – also 22 Euro mehr als der normale Eintritt. Kinder zwischen sechs und elf Jahren zahlen 37 Euro, der Preis für den regulären Eintritt liegt hier bei 23 Euro (Stand April 2015).

In der folgenden Bildergalerie gibt es mehr als 100 Fotos aus dem Park zu entdecken, darunter auch Eindrücke der Discovery Tour. Viele weitere Infos gibt es direkt bei den Fotos.

Der Loro Park ist eine der bekanntesten Touristen-Attraktionen auf Teneriffa. Eröffnet wurde er Ende 1972 vom Deutschen Wolfgang Kiessling. Damals war es ein reiner Papageien-Park. Gelegen ist er im Ortsteil Punta Brava von Puerto de la Cruz. Damals führte nur eine schmale, teilweise unbefestigte Straße von Puerto durch den Barranco de San Felipe in Richtung des Parks – vorbei an Bananenplantagen. Weder der Playa Jardin noch die Hotelanlagen westlich des Barrancos existierten zu dieser Zeit, die ersten Straßen und Gebäude östlich des Barrancos wurden gerade erst gebaut.

Sehr schön zu sehen ist die Entwicklung bei „Grafcan“, so eine Art Vermessungsamt der Kanarischen Inseln. Im Visor lassen sich über den Punkt „Fotothek“ Luftaufnahmen auswählen, die bis in die 1960er Jahre zurückreichen. Über diesen Link kann man die Jahre auswählen und sich die Fotos ansehen, die im Bereich des Loro Park entstanden sind. Tiefergehende Links sind leider nicht möglich.

Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt der Loro Park Anfang der 1990er Jahre. Damals wurde die Fläche erheblich erweitert und auch der Eingangsbereich komplett neu angelegt. Dafür wurde sogar der Verlauf der angrenzenden Hauptstraße im Ortsteil Punta Brava geändert.

Blick auf den Koi-Teich direkt hinter dem Eingang des Parks.
Blick auf den Koi-Teich direkt hinter dem Eingang des Parks.

Seitdem ist der Eingang einem thailändischen Dorf nachempfunden – samt großem Koi-Teich. Im Laufe der Jahre wurde der Park um immer weitere Attraktionen erweitert. Die Papageien – spanisch „Loro“ und Namensgeber des Parks – sowie die anderen Vögel standen etwas im Schatten der Orcas, Delfine, Pinguine und Gorillas.

Im Jahr 2010 hat sich das wieder geändert: Katandra Treetops – eine große Freiflug-Voliere – wurde eröffnet. Hier können die Besucher über Treppen und Hängebrücken bis in die Baumwipfel „klettern“ und die Tiere hautnah erleben.

Der Loro Park steht seit einiger Zeit in der Kritik von Tierschützern – vor allem seit im Jahr 2006 der Orca Ocean eröffnet wurde. Hier zeigen mehrere Orcas ihre „Kunststücke“. Der Besucher möge selbst entscheiden, wie er dazu steht. Das gilt auch für das 1987 eröffnete Delfinarium.

Bei den Shows im Delfinarium sind auch die Trainer mit im Wasser.
Bei den Shows im Delfinarium sind auch die Trainer mit im Wasser.

Nach außen versuchen die Verantwortlichen, das Engagement des Parks in den Bereichen Artenschutz und Zucht hervorzuheben. Und in der Tat ist die angegliederte „Loro Parque Fundación“ in vielen Tierschutz-Projekten engagiert. Im September 2014 wurde die „Animal Embassy“, die Botschaft der Tiere, eröffnet. Dort sollen Besucher Einblicke in die Arbeit der Stiftung erhalten. Zudem ist hier die Baby-Station der Papageien untergebracht und es soll das Verhalten von Papageien erforscht werden. Fotos davon werde ich euch wahrscheinlich in ein paar Monaten zeigen können.

Die Animal Embassy ist auf einem Teil des Zoo-Parkplatzes entstanden. Um die wegfallenden Plätze zu kompensieren, wurde zuvor eine Tiefgarage gebaut. Dennoch ist es auch jetzt noch so, dass ab dem späteren Vormittag oft keine Parkplätze mehr frei sind. Wer einen ergattert hat, kann sich freuen, allerdings ist das Parken kostenpflichtig.

Alles in allem ist ein Besuch im Park auf jeden Fall empfehlenswert. Die Anlagen sind sehr gepflegt, die Gehege machen einen guten Eindruck.

Allerdings kann es auch extrem voll werden – vor allen wenn vormittags die Busse mit den Menschenmassen aus den Touristen-Zentren im Süden der Insel anrauschen. Meine Empfehlung: Mehrere Besuchstage einplanen und erst am späteren Nachmittag in den Park gehen. Dann ist auch der Parkplatz frei und mit etwas Glück kann man sein Auto kostenlos abstellen, da die Park-Einweiser schon im Feierabend sind.

Viele Quallen gibt es im Aqua Viva zu sehen.
Viele Quallen gibt es im Aqua Viva zu sehen.

Für den zweiten Besuch gibt es stark vergünstigte Tickets für 10 Euro – oder man holt sich gleich eine Jahreskarte. Die ist allerdings mit knapp 100 Euro auch kein billiges Vergnügen. Immerhin haben Kinder unter sechs Jahren freien Eintritt.

Wer in Puerto de la Cruz seinen Urlaub verbringt, kann täglich zwischen 9 und 18.45 Uhr kostenlos mit dem Loro-Parque-Express von Zentrum der Stadt und zurück fahren. Die gelbe Bahn fährt alle 20 Minuten zwischen dem Park und der Plaza Reyes Católicos.

Zum Loro Parque gehört auch der Siam Park – ein großer Wasserpark – im Süden der Insel. Er wurde im Jahr 2008 eröffnet. Wolfgang Kiessling und sein Sohn Christoph gehören damit zu den größten Arbeitgebern auf Teneriffa. Aktuell planen sie den Bau eines Groß-Aquariums auf Gran Canaria. Auch ein Ableger des Siam Parks soll auf der Insel entstehen.